29. November 2021

JOHN AYSA

finished, not perfect

[CULINARIA PERVERSA]: Selbstversuch 2

Eigenes Foto: Krapfen mit Leberkäse
Kulinarischer Selbstversuch 2: Der Autor verfüttert einen Krapfen (Pfannkuchen, Kreppel, Berliner) mit Leberkäse gefüllt, an sich selbst ...

Gestern habe ich den ersten der beiden Versuche gestartet, heute will ich kurz und schmerzerfüllt über das zweite Experiment berichten. Also, es geht um einen Krapfen (Pfannkuchen, Kreppel, Berliner) aufgeschnitten und mit einer Scheibe Leberkäse (Fleischkäse, Fleischlaib) belegt, bzw. zwischen die Hälften geklemmt. Gibt es schon seit einiger Zeit immer nur zum Fasching (Karneval), ist mir dieser Tage zum allerersten Mal begegnet und hat mir keine Ruhe gelassen, bis ich mich überwunden habe.

Eigenes Foto: Krapfen mit LeberkäseGäbe es nicht den Staubzucker, das Ding wäre auf den ersten Blick nicht von einer Semmel (Brötchen, Schrippe) zu unterscheiden. Auch dieses kulinarische … äh … Wunder kam dick eingepackt mit mir, von einer beinahe vergnügten Frischthekenverkäuferin hergerichtet und abgepackt. Die wusste wohl schon, was ich mir da antue und hat mich für einen Idioten gehalten, dass ich das tue. Tja.

Recht hat sie. Jetzt ist ja schon Leberkäse für sich eine nicht immer angenehme oder leicht verträgliche Sache. Krapfen ist lecker. Im Gegensatz zu dem vorherigen Versuch mit Krapfen und Schnitzel ist hier schon der Geruch nicht gerade wohlschmeckend. Eigenwillig, würde ich es höflich formulieren.

Auch wie beim Schnitzel-Werk macht die weiche Konsistenz des Krapfens das Essen zu einer wenig würdevollen Angelegenheit. Gut, das ist nicht so schlimm, Krapfen und Würde sind sowieso zwei Dinge, die eher selten zusammentreffen.

Eigenes Foto: Krapfen mit LeberkäseDie geschmackliche Erfahrung ist, wenn man den Kern mit der Marmelade erreicht und ein fetter Klecks davon gemeinsam mit einem Bissen vom Leberkäse die Geschmacksnerven um… terrorisiert, sehr einzigartig.

Im Sinne von schlicht und ergreifend igitt. Leberkäse und Marmelade gehen, wie vermutet, gar nicht zusammen. Der Geschmack beißt sich, harmoniert gar nicht, kämpft im Mund um Vorherrschaft und das auf sehr rüde Weise. Das nicht sehr geschmackvolle Foto des angenagten kulinarischen Unfalls zeigt den Stand des Verzehrs, an dem dieser (also, der Verzehr) eingestellt wurde. Mehr habe ich schlicht nicht geschafft. Der Rest ist im Biomüll gelandet. 

Essen wegwerfen ist nicht toll, aber manches darf sich einfach nicht Essen nennen. Das hier ist so etwas. Es ist ein … Ding … für einen Anfall von Perversion. Geschmacklich war es kein Erlebnis, das ich vermissen werde, herzlichen Dank, nein. Aber es hat mich ziemlich unterhalten. Und von daher finde ich es okay, mir das angetan zu haben.

Als Verdauungshilfe habe ich 0,5l Cola und einen Magentee gebraucht. 

In diesem Sinne

Mahlzeit!


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Der Beitrag [CULINARIA PERVERSA]: Selbstversuch 2 erschien am 12.02.2021 auf JohnAysa.net


Eigenes Foto: Krapfen mit Leberkäse.

 

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