Mo. Aug 20th, 2018
Eigenes Foto: Strange Station

[PERSÖNLICHES]: Eine Erinnerung …

Stephen King ist Schuld …

Ich habe vorhin einen Beitrag zu einer Neuverfilmung von Tommyknockers gelesen, dem Ziegelstein von Stephen King, in dem ein uraltes abgstürztes UFO die Leute der Stadt Haven in blutrünstige Monstren verwandelt. Ich mag das Buch, es hat eine eigenwillige, trashig-drogendurchzogene Qualität, was wohl damit zu tun hat, dass King voll auf Kokain und Alkohol war, als er es schrieb. Es war sein letzter Roman, bevor er clean wurde.

Gut, er schrieb dann viel später den anderen Alien-Roman, der noch seltsamer ist, weil da die Kreaturen den Hauptfiguren aus dem Arsch explodieren. Buchstäblich. Was für ein Scheiß. Das war Dreamcatcher, ein Roman, den King auf – richtig – auf Drogen geschrieben hat. In dem Fall waren es allerdings Schmerzmittel, mit denen er zugedröhnt war, da das Buch nach dem inzwischen legendären Unfall entstand, bei dem er beinahe zu Tode gefahren worden war.

The Tommyknockers is an awful book.” So King in einem Interview mit dem legendären Rolling Stone Magazine. In diesem Interview lässt er auch den geradezu hysterisch komischen Sager Hemingway sucks! ab.

Und damit kommen wir dorthin, wohin ich eigentlich will. Ich konnte Ernest Hemingway noch nie leiden. Von sich selbst eingenommene Ego-Arsch-Literatur. Voller Pseudo-Symbolik. Mein Vater hingegen ist ein Verehrer von Hemingway. Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, hat mein Vater eines Morgens zu meiner Mutter im Bad gesagt – er wähnte mich schlafend – “In seinem Alter habe ich schon Hemingway gelesen.”

Der Sager hat mich dazu bewogen, aus dem Bett zu springen und zu brüllen. “Na und? Der Arsch hat sich auch erschossen!” Meine Mutter bekam daraufhin einen hysterischen Lachanfall und sogar mein Vater musste über meinen gerechten Zorn schmunzeln.

Im Gegenzug hegt mein Vater eine Abneigung gegen Stephen King. Er hat nie eines seiner Bücher zur Gänze geschafft und findet ihn nur grauslich und versteht überhaupt nicht, warum man sich beim Lesen solchem Grusel aussetzen will. Ich glaube, deshalb habe ich ihn auch alle Kapitel einmal heimgesucht, als ich Friedholf der Kuscheltiere las – eines der gruseligsten Bücher meines Lebens bis dahin. Und ich habe ihn auf dem Laufenden gehalten über jede Wendung in der Geschichte und Grauslichkeit. Es spricht absolut für meinen alten Herren, dass er sich das hat gefallen lassen.

Wir sind uns bis zum heutigen Tag nicht über Hemingway vs. King einig. Aber ich konnte ihn für die verrückten Gedankengänge von Philip K. Dick interessieren. Und er war mit mir 2001 (gefiel ihm richtig gut), Das Imperium schlägt zurück (fand er unterhaltsam) und Es war einmal in Amerika (gefiel ihm, war ihm aber viel zu brutal) im Kino anschauen. Fand ich cool. Finde ich immer noch cool.

Mein alter Herr ist ziemlich cool. Und wäre ich nicht ein so introvertierter Mensch, würde ich jetzt glatt schreiben, dass ich sehr stolz auf ihn bin und ihn für einen tollen Vater halte. Aber das mache ich nicht. Das entspricht nicht meinem Naturell.


Der Beitrag [PERSÖNLICHES]: Eine Erinnerung … erschien zuerst auf JohnAysa.net


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