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[AUTORENLEBEN]: In der Schreib-Denk-Zone

Weit weniger Postings und Beiträge, als ich beabsichtigt habe, sind hier in der letzten Zeit online gegangen. Das gefällt mir gar nicht, aber war bisher nicht anders machbar. Privat hat sich einiges getan, aber auch das Arbeiten – in diesem Fall das Schreiben – ist ein wenig in Aufruhr.

Seit längerer Zeit schon arbeite ich daran, mich in dieser Hinsicht professionell zu entwickeln. Gehört das Schreiben fix zum Leben dazu, ganz egal, ob es jetzt den Alltag zur Gänze oder nur zum Teil finanziert, sollte man an sich selbst den Anspruch stellen, auch hier wie in jedem anderen Job zu agieren. Diszipliniert und mit dem Anspruch, ein Ziel zu erreichen. Wie man sich da genau organisiert, muss individuell mit sich selbst ausgemacht werden. Andere Autoren können nur inspirieren oder Ideen vorführen, die man auf die eigenen Bedürfnisse adaptiert, oder aus denen man sogar eine ganz eigene Vorgehensweise entwickelt.

Das Buch Höllenbrut ist bei mir so ein Knackpunkt zwischen dem, was ich seit Jahresbeginn an Möglichkeiten und auch Vorstellungen hatte, wie ein ernstzunehmender Autor zu agieren und der Sicht der Dinge auf die Professionalität, die ich seither erstrebenswert erachte. Der Unterschied ist jetzt nicht jener zwischen lausiger Amateur und Vollprofi, sondern viel mehr jener zwischen den verschiedenen Arten, organisiert zu sein und einem Plan zu folgen.

Ich glaube, ich verstehe jetzt mehr, was es heißt, ein Konzept für die eigene Arbeit zu haben und dieses auch umzusetzen, nicht stur auf Biegen und Brechen, aber weitestgehend und inklusive der Flexibilität, auf überraschende Entwicklungen spontan zu reagieren. Das heißt, neben dem Schreiben an mehreren Werken zugleich habe ich auch viel nachgedacht und mir einen Generalplan zurecht gelegt. Ich halte ihn für zielführend, für sinnvoll und umsetzbar. Zwar harte Arbeit, weil sehr ehrgeizig, aber die Sache ist auch die, wird so ein Plan mit zu viel Freiräumen erstellt, bremst das Tempo ganz ordentlich – weil ja Freiräume gegeben sind. Ist der Plan hingegen sehr eng und geradezu mörderisch, ist auch das Tempo höher – bei gleicher Qualität. Weiß man dabei ganz genau, das hier ein Wunschziel gelegt ist, das von einem Realziel begleitet wird, ist das für die eigene Disziplin sehr wohl förderlich.

Nochmal der entscheidende Punkt: Das alles, was ich hier schreibe, gilt für mich und funktioniert für mich. Für jeden anderen Autor mag es anders sinnvoller sein.

Um es ein wenig konkreter auszuformulieren, sieht es so aus. Ich weiß, wie lange ich bei meinem Schreibtempo für wie viel Seitenumfang brauche. Ich habe gewissen Vorstellungen von sinnvollen Seitenumfängen, mit denen ich einen gewisse Anzahl an Büchern pro Jahr fertigstellen kann. Diese Vorgabe zu erfüllen ist realitisch gesehen mörderisch und nur erfüllbar, wenn ich jeden Monat die gleiche Stundenanzahl für ungestörtes Schreiben zur Verfügung habe und in jeder dieser Stunden auch voll produktiv im höchsten Tempo produktiv bin.

Geht das? Realistisch wohl kaum. Das Leben ist das Leben und hat ein Faible dafür, dir gelegentlich einen Knüppel dorthin zu rammen, wo es weh tut und dich ausbremst. Soll heißen, erfülle ich die Vorgabe zu fünfzig Prozent, ist die Jahresproduktion immer noch mächtig. Die Frage, warum ein Ziel anstreben, das schon bei der Hälfte ehrgeizig ist, liegt im Vorausplanen. Bloß weil ich vielleicht dieses Jahr auf nur fünfzig Prozent komme (für 2019 nichtmal dorthin, weil ich den Plan erst zur Jahreshälfte fix habe), heißt das nicht, dass das darauffolgende Jahr nicht sechzig oder siebzig Prozent schaffbar ist. Und das Jahr darauf mag achtzig Prozent sehen.

Das ist nämlich auch so eine Sache. Einen Plan für ein Jahr zu erstellen, erscheint mir nicht zweckdienlich. Erst dann nämlich lässt sich sinnvolle Zwischenbilanz ziehen. Wie steht das erste Jahr im Vergleich zum Jahr darauf da? Zeichnet sich ein positiver Trend ab oder sieht es danach aus, als müsste man die Pläne überarbeiten? Ist der Absatz im Vergleich zur Investition (Zeit, Arbeit, Aufwände) lohnend oder stimmt die Blianz nicht – und wenn, geht es in die richtige Richtung?

In vielerlei Hinsicht scheint es – bei uns in den deutschsprachigen Ländern – irgendwie immer noch verpönnt zu sein, Schreiben mit Geschäft und Geld in Verbindung zu bringen, aber wenn es mehr als ein Hobby sein soll, ist genau das der springende Punkt. Es hat auch für Fans eines Autors eine Vorteil, wenn dieser professionell agiert. Er liefert regelmäßig Nachschub und achtet darauf, keinen Scheiß zu bauen. Kann mal passieren, ganz klar, aber das wird auch gern verziehen, wenn das als Ausnahme erkennbar ist. Und das wiederum ist es, wenn sonst eine klar vorhandene Zuverlässigkeit erkennbar ist.

Da muss ich mich gleich selbst an der Nase nehmen, so richtig professionell habe ich die letzten drei Jahre nicht. Die Gründe wieder einmal aufzuarbeiten, das habe ich mehrmals getan, will ich nicht wirklich – es reicht zu sagen, mich haben neben einem Problem mit dem Schreiben eines Buches noch ein paar andere Dinge geplagt, und das, was ich dachte, dass es ein Plan sei, hat sich als amateurhaft und naiv entpuppt. Allerdings habe ich durch all diese Krisenpunkte viel gelernt und vieles davon ist hilfreich, solche Patzer nochmal zu begehen. Andere werden mir unterlaufen, das ist völlig klar und zwangsläufig – niemand weiß alles sofort und manches kapiert man erst dann so richtig, wenn man es vorher mal richtig falsch macht.

Aber aus jetziger Sicht habe ich klare Vorstellungen davon, was ich wie tun werde und wohin ich will. Und dazu gehört auch, hin und wieder, wie jetzt eben, auch etwas vage zu bleiben, um nicht Druckmechanismen in Gang zu setzen, die neue Störungen verursachen können. Und es gehört auch dazu, regelmäßig zu schauen, wie ich mich entwickele, wo ich korrigieren und anpassen muss und wann ich genug Plan umgesetzt habe, um eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Schreiben ist auch abseits der eigentlichen handwerklichen Tätigkeit des Schreibens, ein durchaus fordernder und anspruchsvoller Job. Wenn man die Sache profesionell betreiben will und nicht nur als Hobby.

SchreibentwicklungWirlich schön wird das alles dann auch noch, stellt man fest, dass es Leser gibt, die all die Bemühungen und Lernprozesse unterstützen, indem sie die dabei entstehenden Werke kaufen und damit das Voranschreiten und Bemühen fördern. Euch allen sei an dieser Stelle dafür gedankt und zuglich auch auf diese Sache hier hingewiesen:

Meine gesammelten Werke

Weitere Werke sind in Arbeit – viele sogar – und ein paar davon wird es noch dieses Jahr geben. Nicht die fünfzig Prozent, von denen ich oben gesprochen habe, aber doch genug, um das zweite Halbjahr 2019, das nach dem neuen Plan durchgezogen wird, zu einem befriedigenden Ende zu bringen. Vorausgesetzt, alles läuft nach Plan. Ich bin mal vorsichtig zuversichtlich und gehe jetzt zurück zum Schreiben von Büchern.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal …


Der Beitrag [AUTORENLEBEN]: In der Schreib-Denk-Zone erschien am 15.07.2019 auf JohnAysa.net


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