Im Moment kann ich nicht klagen. Ich habe mehrere – etwas kürzere – Werke kurz vor der Fertigstellung, fünf Stück insgesamt. Einen Text, eine Kurzgeschichte, wird es ab November gratis auf der Website zum Download geben. Was den Rest angeht, so denke ich im Moment, entweder alle vier oder drei davon noch im November und Dezember rauszubringen. Über die Inhalte der einzelnen Werke erzähle ich zu einem späteren Zeitpunkt.

Im Grunde kann ich auch relativ mit mir zufrieden sein. Ich habe dieses Jahr ein paar Sachen veröffentlicht. Zwei Romane der Heftserie um Santo Silva sind bei Savage Types erschienen, meine Story Cooking Kangoo wurde (in der Reihe Super Pulp bei Blitz) neu aufgelegt und die Fortsetzung Cooking Kangoo 2: In A Gadda Da Vida erscheint im November ebendort. Von daher ist alles gut.

Trotzdem: Ein klein wenig komme ich mir vor wie Brian Keene, der auch so eine Phase hatte, wo ein ganzer Haufen Werke in Arbeit waren, aber so richtig kam er nicht vom Fleck. Vielleicht war es in meinem Fall dem Stress verdankt, so viel am Zettel zu haben, das sich unmöglich alles in Jahresfrist erledigen lässt. Tröstlich ist, dass ich das deutliche Gefühl habe, so wie Keene auch die Talsohle des Durcheinanders durchschritten zu haben und wieder vernünftig vom Fleck zu kommen.

Die Kurzgeschichte trägt den Titel Matsch, bei den anderen Werken habe ich im Moment nur die Arbeitstitel parat, da wird es vermutlich noch ein paar Änderungen geben. Ich gehöre zu den komischen Käuzen, die einen Titel brauchen, wenn sie an einem Werk arbeiten. Das kann nicht irgendein Begriff sein, sondern muss halbwegs brauchbar erscheinen. Ändern kann ich ihn, wenn der Text fertig steht.

Da sind auch ein paar Altlasten. Auf drei Fälle gehe ich kurz ein:

Chaska Bd. 3: Das Buch ist in der Rohfassung fertig, muss noch überarbeitet und korrigiert werden. Dafür muss ich einfach nur die Zeit finden, was nicht so einfach ist. Ich wollte dieses Jahr fertig werden, aber da gab es ein paar Dinge, die mir das Vorhaben sabotiert hatten. 2020 war so ein Jahr. Wann ich fertig bin, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Zwei Probleme plagen mich bei Chaska – zum einen war die Trilogie weit umfangreicher angesetzt und wurde auf einen gut gemeinten Ratschlag hin gekürzt, was mich irrsinnig stört, zum anderen waren die ersten beiden Bände nicht gerade große Erfolge. Beides bremst die finalen Arbeiten zusätzlich – es ist investierte Zeit, die ich vermutlich abschreiben müsste. Geht im Moment einfach nicht.

SHE, Bd. 4: Hier sieht es so aus, dass im Grunde alles da ist, um daraus einen fertigen Roman zu formen. Und noch etwas Stoff, der eigentlich für einen fünften Band gedacht war. Vorab jedoch muss ich die finale Reihenfolge der Kapitel festlegen – einige davon passen erzähltechnisch an verschiedene Stellen. Von der Platzierung wiederum hängt der Umfang der Korrekturen ab, um Übergänge zu glätten. Das zusätzliche Material … nun, ich weiß es schlicht noch nicht. SHE 4 jedenfalls ist für 2021 ein Fixpunkt. Der Roman muss fertig und auf die Welt losgelassen werden. In dem Buch steckt zu viel Arbeit und Mühe, um es zu verwerfen.

SHE sollte nach Plan einige Spin-Offs abwerfen, darunter einen eigenen Roman für Leserliebling Kristina die Wahnsinnige. Für die gibt es einen sehr hübschen Prolog für ihren ersten Roman. Aber immer noch nicht mehr. Der Prolog macht sich auch vortrefflich als Kapitel in SHE 4. Die übrigen Spin-Offs des SHE-Universums werde ich zum bedeutenden Teil wohl kippen. Es fehlt schlicht und ergreifend an Zeit, und so, wie sich dieses Buch sträubt. Aber diese Entscheidung wird erst eine ganze Weile nach der Veröffentlichung von SHE 4 getroffen. So viel Zeit muss ich mir lassen. Eine Entscheidung hängt auch davon ab, wie gut sich dieses Buch verkaufen wird.

Odysseus und Hades: Das war ein Jugendbuch, das 2012 im Rahmen eines Projekts als reines eBook veröffentlicht worden war. Das Projekt, ich glaube, es waren vier Romane von vier Autoren, ging völlig unter. Ich habe mir schon vor Jahren das Okay des seinerzeitigen Herausgebers geholt, meinen Beitrag zu überarbeiten und daraus ein krachhartes Ding für Erwachsene zu machen. Eine Schwert-und-Sandalen-Geschichte mit Untoten und Lovecraft und launischen Göttern? Verdammt, ja.

Was hätte ich sonst noch in der Hinterhand:

Ich habe in meinem Schreib-Verzeichnis derzeit 53 Ordner, die jeweils einem Werk bzw. einem Zyklus gewidmet sind. Das ist verdammt viel. Einige Werke werden es wohl nicht schaffen, je das Licht der Welt zu erblicken. Es kommen neue Ordner dazu, andere werden gelöscht. Weniger wird es nicht. Denn da ist noch ein Ordner mit Ideen und Gedanken. Und ein Notizbuch.

Insgesamt verspüre ich auch den Wunsch, mich künftig immer wieder an anderen Genres zu versuchen. Erste Experimente mit Thriller-Stoffen werden hoffentlich zu einem solchen Roman führen. Sonst wälze ich einige Pläne und Gedanken, aber spruchreif ist noch nichts. Body-Horror und Sex werden wohl noch ewig Bestandteil meines Gesamtwerks bleiben, das macht einfach Spaß. Aber ich möchte auch unbedingt andere Stoffe in Angriff nehmen.

Zur Zeit lerne ich, mich schreibtechnisch zu organisieren, nach Plan und Struktur zu arbeiten. Vielleicht nicht so sehr, was den Inhalt anbelangt, aber doch, was den Alltag betrifft. Konzentriert bleiben. Schneller und zugleich sauberer zu arbeiten. Auch die Autoren-Website gehört strukturiert, gepimpt und einem grundlegenden Thema unterworfen. Auch das erfordert Planung, Struktur, Hartnäckigkeit und Sturheit. Von den im Moment brachliegenden sozialen Medien zu schweigen.

2020 ist irgendwie nicht so das erfolgreiche und fokussierte Jahr gewesen, um alles so auf die Reihe zu kriegen, wie ich es mir vorstelle. Das hat zugleich den Vorteil, ein paar Dinge etwas eingehender durchdenken zu können. Das sind die zwei Seiten der Medaille: Es gibt keinen Vorteil ohne Nachteil und jedes Negative beinhaltet ein positives Element. Manchmal braucht es eine Weile, zu erkennen, was da alles ist.

Pläne für den Podcast, für ein Patreon, für einige andere Projekte sind im Gedeihen, in Arbeit, wachsen heran und werden schrittweise umgesetzt.

Also, eigentlich ist mein Gehirn nahe der Explosion vor Tatendrang und Ideen. Es klemmt nur ein wenig bei der nötigen Zeit für die Umsetzung. Das ist ein bisschen ein Catch 22, aus dem ich dringend hinaus muss. Nun, 2020 schlicht abhaken und dafür emsig die Vorarbeiten für das nächste Jahr vorantreiben. Möge es für uns alle besser werden.

Bleibt gesund!


Der Beitrag [SCHREIBWERKSTATT]: Derzeitiger Stand erschien am 23.10.2020 auf JohnAysa.net


Eigenes Foto: Schreibwerkstatt Footerbild.

 

2 Kommentare

  1. Lieber John,
    ja, ich weiß, du postest deine Erfolge – und das in einem Wahnsinnsjahr wie 2020 – nur, damit ich vor Neid wieder grün und blau und manchmal auch rot anlaufe;)) Eher selten sucht mich in solchen Fällen eine ungesunde Blässe heim. – lol
    Ernst auf die Seite. Ich bewundere dich und deine Arbeit und gratuliere dir aus tiefstem Herzen zu deinen Veröffentlichungen. Chapeau! Oder wie die Franzosen sagen würden: Ich ziehe meinen String vor dir.
    Freu mich schon auf meinen persönlichen Liebling Chaska 3;)

    Kris

    1. Author

      Liebe Kris,

      selbstredend mache ich all diese Dinge nur, um dich vor Neid in den verschiedensten Farben erstrahlen zu lassen.
      Kratzfuß und Verneigung vor dir und deinem Schaffen, einen String kann ich nicht ziehen, aber ich zupfe stattdessen an meinem Bart, das sollte als würdiger Ersatz hinhauen.
      Ja, die Chaska … eine recht eigenwillige, zickige Dame …
      John

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